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Das Gefährdungspotential von Glücksspielen
In Deutschland befinden sich einige hundert Personen aufgrund von Problemen mit dem Lottospielen oder Sportwetten oder anderen Glücksspielen in professioneller Behandlung. Bei den Betroffenen handelt es sich überwiegend um Männer und deutlich seltener um Frauen.
Ein problematisches Verhalten kommt häufiger bei Sportwetten und „schnell drehenden Spielen“ vor, es besteht aber bei allen Glücksspielen eine Suchtgefahr.
Die Suchtgefahr steigt, wenn die angebotenen Spiele ...
  • sich durch eine leichte Verfügbarkeit auszeichnen, also z. B. leicht zugänglich sind wie Spielautomaten in Gaststätten
  • eine rasche Spielabfolge aufweisen, die Zeitspanne zwischen Einsatz und Spielergebnis also kurz ist
  • eine aktive Einbindung des Spielers ermöglichen, der Spieler also (vermeintlich) aktiven Einfluss auf den Ausgang eines Spiels nehmen kann
  • ein breites Spektrum an Einsatzhöhen und Gewinnchancen bieten und sie mit besonders hohen Gewinnen locken

Entwicklungsstadien einer Spielsucht
Der Übergang vom spielerischen, entspannten Anfang zum gehetzten und meist vergeblichen Aufholen von Verlusten ist fließend. Die Betroffenen bemerken es in der Regel erst (zu) spät, dass aus einem Freizeitvergnügen bitterer Ernst geworden ist. Der Prozess vom ersten positiven Kontakt zum Glücksspiel hin zum pathologischen Spielen (Spielsucht) lässt sich in drei Phasen beschreiben.

Am Anfang steht der große Gewinn!
Das Anfangsstadium:
Werden mit dem Start ins Glücksspiel größere Beträge gewonnen, kann schnell die Illusion entstehen, dass dies vom eigenen Geschick und der Kompetenz abhängt und nicht vom reinen Zufall oder Glück.
Gleichzeitig werden Verluste als persönliches Versagen erlebt, verleugnet und bagatellisiert. Problematisch wird es, wenn ständig das Konto überzogen wird, Kredite aufgenommen werden, Freunde „angepumpt“ werden, um weiterspielen zu können.

Das Spiel wird ernst!
Das Gewöhnungsstadium:
Es beginnt in der Regel damit, dass vermehrt geliehenes Geld eingesetzt wird. Diese Darlehen werden soweit als möglich verheimlicht.
Zugleich ist der Spieler davon überzeugt, die Schuldensituation wieder in den Griff zu bekommen (“Sobald ich keine Schulden mehr habe, höre ich damit auf“). Der Spieler entfernt sich immer mehr von Freunden und Partnern und isoliert sich.

Das Spiel ist aus!
Abhängigkeitsstadium:
Ein “Freizeitvergnügen“ wird zu einer alles beherrschenden Ganztagsbeschäftigung. Der Verlust von Beziehungen, Arbeit und gesellschaftlicher Anerkennung sind die Folge. Ohne fremde, professionelle Hilfe kann dieser Teufelskreislauf nicht mehr durchbrochen werden.